Armenien, wo liegt das?

Zum politischen Frühschoppen hatte die Tarper Europa-Union in das Haus an der Treene in Tarp eingeladen. Thema: Armenien.

Die Veranstaltung in Tarp war gut besucht. Foto: Gerhard Beuck.

Veneva Alieva, gebürtige Armenierin, stellte den jungen Staat im Kaukasus vor, der mit seinen 1,5 Mio Einwohnern und einer Fläche von 29.800 qkm im Bergland zwischen Aserbaidschan, Iran und der Türkei liegt und mit der Auflösung der Sowjetunion 1991 seine Unabhängigkeit erhielt.

Die Referentin warb für einen Besuch ihres Landes mit der Hauptstadt Jerewan, dem Sewansee und den vielen Bergen, höchster davon der erloschene Vulkan Aragaz mit 4.090 Metern. Sicherheitsprobleme seien ihr nicht bekannt. Sehr interessant sei die Geschichte und das reichhaltige Kulturgut, das man in Museen bewundern könne.

Das frühere Urartu erreichte im 8. Jahrhundert vor Christus seine größte Ausdehnung und wurde von Persern, Türken,  zuletzt von den Russen beherrscht. Als nationales Trauma bezeichnete sie den Völkermord an ihren Landsleuten am 24.4.1915 in der Verantwortung des nationalistisch orientierten türkischen Präsidenten Talat Pascha. Ein weiterer Schicksalschlag war ein schweres Erdbeben am 7.12.1988, bei dem über 25.000 Menschen starben.

Konfliktpotenzial bot die Region Bergkarabach, die ursprünglich zu Armenien gehörte und jetzt im Staatsgebiet von Aserbaidschan liegt. Die Beziehungen zu diesem Land wie auch zur Türkei sind durch die Vergangenheit belastet. Armenien sucht die Annäherung zur EU und Nato.

Für die Zuhörer gab es interessante Einblicke in eine für sie noch fremde Welt mit einer sehr reizvollen Landschaft und gastfreundlichen Menschen. Besonders stolz zeigte sich die Referentin über die seit 301 erste christliche Orientierung ihrer Landsleute und nachweislich den Bau der ersten Kirche in der Welt. "Es lohnt sich, uns zu besuchen. Wir haben das beste Wasser, schmackhafte Getränke und eine reichhaltige Küche," so die Armenierin in ihrem abschließenden Appell.

Gerhard Beuck

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