Bürger*innen und Experten diskutieren über den Brexit und seine Folgen für Schleswig-Holstein

Unter dem Motto "Deal or no Deal?" fand am 4. Dezember ein Informations- und Fachgespräch in der Industrie- und Handelskammer zu Kiel statt, um sich über dieses brisante Thema auszutauschen.

Veranstalter waren die Europa-Union Schleswig-Holstein in Kooperation mit dem Europe Direct Informationszentrum Kiel und der Industrie- und Handelskammer zu Kiel. Als Experten waren Prof. Dr. Rolf Langhammer vom Institut für Weltwirtschaft sowie Werner Koopmann, Leiter des Geschäftsbereichs International der IHK, zu Gast.

Prof. Langhammer berichtete über die Schwierigkeiten, die sich aus dem aktuellen Vertragsentwurf ergeben - das wichtigste Problem stelle die Frage nach der Grenze zwischen Irland und Nordirland dar. Mit dem Brexit entstehe nämlich eine neue EU-Außengrenze, was viele Schwierigkeiten mit sich bringe. Nordirland bekennt sich klar zum Vereinigten Königreich, jedoch würde durch die neue Grenzziehung das Karfreitagsabkommen in Gefahr geraten. Viele in der Europäischen Union befürchten auch, dass andere Länder dem Beispiel der Briten folgen und selber Referenden durchführen lassen. Darauf entgegnet Prof. Langhammer, dass dieser Einwand unberechtigt sei - "Niemals war die EU-27 als Verhandlungspartner so einheitlich". 

Herr Koopmann ergänzte den Impulsvortrag Langhammers durch wirtschaftswissenschaftliche Einblicke und führte auf, inwiefern Unternehmen in Schleswig-Holstein von den Auswirkungen des Brexits betroffen seien. Die härtesten Folgen entstünden demnach für die Briten - durch den Brexit würde erstmals ein Freihandelsabkommen entstehen, das den Handel teurer und komplizierter mache. 

Im Anschluss an die Impulsvorträge der Referenten folgte eine lebhafte Diskussion, bei der sich die Gäste über den Brexit und die vielen Fragen, die dieser aufwirft, austauschen konnten. 

 

Text: Xenia Seekircher