Die feste Fehmarnbeltquerung: Gratwanderung zwischen Chancen und Risiken

Für die einen ist er eine wichtige Verbindung für Menschen und Wirtschaft. Für die anderen eine unwirtschaftliche Gefährdung der Umwelt. Der geplante Belttunnel, der eine weitere Verbindung zwischen Dänemark und Deutschland und als Trasse für Europa von Nord nach Süd dienen soll, spaltet die Gemüter. Auf einer Veranstaltung der Europa-Union in Eutin diskutierten Bürger*innen und hochrangige Vertreter*innen darüber auf Augenhöhe.

Die Befürworter und die Gegnerin der geplanten Beltquerung bei der Podiumsdiskussion in Eutin. Foto: EUSH

Gemeinsam mit der Kreisverwaltung Ostholstein hatte die Europa Union die Podiumsdiskussion organisiert. Besonders freuten die Veranstalter sich über hohen Besuch aus Brüssel: den europäischen Koordinator des skandinavisch-mediterranen Verkehrskorridors, der Ire Mr. Pat Cox. So konnten rund 120 interessierte Bürger*innen Verantwortlichen, Fragen stellen und ihre Meinung äußern.

Zunächst nutzten Mr. Cox, Managing Director Femern A/S Herr Baunkjær , Dr. Nägele, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein aber auch  Frau Brelowski von der Allianz gegen eine Feste Fehmarnbelt-Querung die Möglichkeit, ihre Standpunkte zu erörtern. Aber auch Herr Sager Landrat des Kreises Ostholstein und Herr Jorkisch, Vicepräses der IHK zu Lübeck konnten ihre Position darlegen. Auch sie stellten sich den Fragen der Bürger* innen und der Presse.

Dabei hatte Martin Lätzel als Moderator keine einfache Aufgabe: die Gegner des Projektes nutzten die Gelegenheit auch, um ihrem Ärger Luft zu machen. Und auch Befürworter der festen Querung nutzten die Veranstaltung als Plattform für ihre Argumente und Forderungen. Dennoch gelang es Herrn Lätzel als Moderator zu vermitteln. Jeder und jede kam zu Wort und konnte seine oder ihre Frage stellen.

Uwe Döring, Landesvorsitzender der Europa-Union, betonte die Chancen, die eine weitere Verbindung zwischen Deutschland und Dänemark für die gesamte EU sein könne. Aber auch die Argumente der Kritiker*innen dürften nicht ungehört verhallen. Döring zeigte sich erfreut, dass der europäische Koordinator Mr. Cox den Bürger*innen und Vertreter*innen der Wirtschaft Rede und Antwort stand. Dies zeige die hohe Bedeutung der Querung und des Dialoges zwischen den Lagern.

Alles in allem müsste die Gradwanderung zwischen Chancen und Risiken,  die mit der festen Fehmarn-Belt-Querung verbunden sind, gemeistert werden. Wichtig erscheint hierfür vor allem, den Dialog nicht abreißen zu lassen. Dazu hat die Veranstaltung in Eutin einen weiteren wichtigen Beitrag geleistet.

Sabrina Schönfeld

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