Die KiTa-Mäuse entdecken Europa

Schwarzenbek steht 2015 ganz im Zeichen Europas. Frieden, Völkerverständigung und eine gemeinsame wirtschaftliche Entwicklung nach den Kriegswirren war vor 60 Jahren Antriebsmotor für einen Städtepartnerschaftspakt mit zunächst drei, später fünf europäischen Städten: Aubenas (Frankreich), Sierre (Schweiz), Zelzate (Belgien) sowie Cesenatico (Italien) und Delfzijl (Niederlande).

KiTa-Mäuse auf der Suche nach neuen europäischen Freunden: Diese EU-Luftballons flogen mit Adressen versehen Richtung Polen. Foto: EUS.

Dafür wurde Schwarzenbek als zweite bundesdeutsche Stadt mit dem Europapreis ausgezeichnet. Selbst Otto von Bismarck brachte sich seinerzeit ein. Auf den Wogen dieses Europarauschs gründete sich dann auch die Europa Union Schwarzenbek (EuS). Deren 60 jähriges Jubiläum wird am 18. September feierlich begangen.

Zuvor aber findet vom 27. - 31. August das grosse Verbrüderungstreffen statt, zu dem aus jeder Partnerstadt je 15 Erwachsene und Jugendliche erscheinen. Solche Treffen finden im übrigen seit 60 Jahren roulierend alle zwei Jahre statt.

In Vorbereitung dieses Treffens wurde die Heimleiterin Christina Bethien der KiTa St. Elisabeth, die am Verbrüderungsring gelegen ist, schnell vom europäischen Geist begeistert. Sie erklärte sich bereit, ihr jährliches Sommerfest ("Mäusefest") unter den Europastern zu stellen und es zusammen mit dem Verbrüderungskomitee zu gestalten.

Zwei Wochen vor dem eigentlichen Ereignis war Europa das vorherrschende Thema. Mit Hilfe der kistenweise eingehenden kindgerechten Broschüren, Spielboxen u.ä. der EU wurden 186  Kinder im Alter von 11/2 bis 10 Jahren von Europa infiziert. Das Schlüsselwort war: Freunde / Freundschaft.

Begleitet vom Stier, der als Malerei und Fensterbild an vielen Fenstern prangte, wurden die Broschüren zerfleddert und daraus Spiele kreiert. Während die Kleinsten "den kleinen Stern" ausmalten, befassten sich die Älteren mit der Karte Europas, um unsere Partnerstädte zu suchen und erkundeten die unterschiedlichen Lebensweisen, Speisen und dergleichen mehr.

Für das phonetische Gespür wurden Geschichten in französisch vorgelesen und Kinderlieder eingeübt, die Sprache der meisten unserer Freunde. Eine lettische Erzieherin führte in das niederländische Spiel Jakkolo "Hartelijk wilkom to Jakkolo en veel plezier" ein. Küchenschwämme in Sternform wurden nicht nur entdeckt, sondern zu Dekozwecken als Stempel eingesetzt.

So gut vorbereitet stürzten sich Kinder und  Erzieherinnen in das Mäusefest. Beim Hindernislauf wurden "Grenzen" überwunden. Die Golfbälle für die Golfbahn prangten in unterschiedlichen Landesfarben. Nach wie vor standen beim Kinderschminken Schmetterlinge hoch im Kurs, aber diesmal wurden sie mit Europa-Sternen verziert. Die Buttonmaschine mit dem Logo des Verbrüderungskomitees (sich an den Händen haltende Kinder, bekleidet mit den Landesflaggen unserer Partnerstädte) stand nicht still, trotz zweier Fingerquetschungen.

Als doch etwas schwierig stellte sich das Vogelpicken dar, denn es galt auf der Europakarte die Partnerstädte zu treffen. Kinder schlugen beim Europa-Quiz ihre Eltern um Längen, so daß die meisten Schoko-Euro-Taler für richtige Antworten in Kinderhänden oder -münder landeten. Von belgischen Waffeln mußte leider Abstand genommen werden, da die Teigzubereitung vergleichsweise aufwendig ist.

Das Fest endete mit einem Gottesdienst und der Suche nach neuen europäischen Freunden. EU-Luftballons mit Adressen versehen stiegen bei grauem Himmel und heftigem Westwind gen Polen.

von Roswitha Bellmann

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