Europa-Union Kiel besucht Helgoland

Eine Seefahrt von Büsum aus führte den Kreisverband Kiel einen Tag lang auf die Hochseeinsel Helgoland. Die Mitglieder und Freunde erlebten dort eine Tour nach dem Nordfriesischen Wahlspruch: „Rum hart - kloar Kimmen“ auf Hochdeutsch „Reines Herz - klarer Horizont“.

 

Die "Lange Anna" ist eines der Wahrzeichen von Helgoland. Foto: EU KV Kiel

Am Landungssteg steht die Büste des Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der hier während eines Ferienaufenthalts am 26. August 1841 das Deutschlandlied getextet hat, das dann bereits am 5. Oktober nach einer Melodie von Josep Hayden in Hamburg öffentlich gesungen wurde. Das „Lied der Deutschen: Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland! Danach lasst uns alle streben brüderliche mit Herz und Hand!“ gilt als Ausdruck der Sehnsucht nach Freiheit und staatlicher Einigkeit während der Kleinstaaterei des Deutschen Bundes - Helgoland war derzeit britische Kronkolonie.

Ab 1890 mit dem „Vertrag zwischen Deutschland und England über die Kolonien und Helgoland“ gehörte Helgoland zum Deutschen Kaiserreich.  In zwei Weltkriegen wurde die Insel zu einer unglaublichen Seefestung ausgebaut - mit etwa mit 12 Kilometer Tunnelanlagen. 1947 zerstörten die Briten mit der bis heute größten nichtnuklearen Sprengung die militärische Bunkeranlagen. Umgesiedelten Helgoländer und ihre Anhänger starteten nach dem Zweiten Weltkrieg Initiativen zur Wiederbesiedlung der 1,7 Quadratkilometer großen Insel.  Zur Jahreswende 1950/51 wurde mit konspirativer Rückendeckung die Insel von einzelnen Aktivisten friedlich besetzt, denn es war noch militärisches Sperrgebiet und Bombenziel der Royal Air Force.  Am 1. März 1952 wird das Eiland weit draußen im Meer wieder freigegeben und zum Start des Wiederaufbaus die Flaggen von Helgoland, Deutschland und der Europäischen Bewegung gehisst.

Auf  Helgoland steht das lichtstärkste Seefeuer mit einer Reichweite von 40 Kilometern; mit den Radaranlagen wird der gesamte Schiffsverkehr in der Deutschen Bucht überwacht. Ein  SAR-Marinehubschrauber (Search und Rescue – Suchen und Retten) zur Aufklärung  und Bergung aus der Luft steht immer einsatzbereit. Dem Seenot-Rettungskreuzer  kommt in der stark befahrenen Deutschen Bucht eine Schlüsselfunktion zu.

Helgoland hat ökonomisch betrachtet sehr gute Zeiten hinter sich. Das staatlich anerkannte und attraktive Seebad lockt jährlich fast  400.000 Besucher. Seit drei Jahre ist Helgoland ein Zentrum für Offshore-Windparks geworden. Drei milliardenschwere Konzerne haben sich hier angesiedelt. Wenn alle Windparks fertig sind, könnten sie  Strom für 900.000 Haushalt liefern.

Die Biologische Anstalt Helgoland besteht bereits seit 1892 als Forschungs- und Serviceeinrichtung.  Hier bekamen wir von Dr. Isabel Schmalenbach einen Einblick in ein Pilotprojekt zur Wiederaufstockung der Hummerbestände. Über Jahrhunderte war die Hummerfischerei bedeutend, leider haben sich trotz  Schonmaßnahmen die Bestände noch nicht erholt. Die Hummerpopulation ist für den ökologischen Artenschutz ebenso wichtig wie der wirtschaftlichem Nutzen.

„Grün ist das Land, rot ist die Kant, weiß ist der Strand, das sind die Farben von Helgoland.“ ist eine lyrische Wegbeschreibung des Klippenrandweges. Er führte uns zur „Langen Anna“, die freistehende Felsnadel 47 Meter hoch aus Buntsandstein und mithin das bekannte Wahrzeichen dieser einmaligen Insel. Als Vogelfelsen ist sie Deutschland kleinstes Naturschutzgebiet. Auf dem grünen Oberland grasen Galloway-Rinder und Heidschnucken. Die Kleingarten-Kolonie ist gezeichnet durch einen traumhaftem Ausblick auf das weite Meer und die benachbarte Badeinsel „Düne“.   

Ingo Sohn 

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