Festakt zum Europatag: Ministerpräsident diskutiert mit Schüler*innen über Europa

Anlässlich des diesjährigen Europatages fand am 9. Mai im Audienzsaal des Lübecker Rathauses der Festakt mit Ministerpräsident Daniel Günther statt. Hierzu hatten die Europa-Union Schleswig-Holstein und die Hansestadt Lübeck diverse Vertreter aus Politik, Verbänden und Stiftungen sowie engagierte Schülerinnen und Schüler der Lübecker Europaschulen eingeladen.

Foto: Philippe Mathieu (EUSH)

Ins Leben gerufen als Erinnerung an die Schuman-Erklärung vom 9. Mai 1950 bietet der Europatag Anlass, um über Europa, die EU und ihre Zukunft zu sprechen. 

Nach Begrüßung durch Dr. Hauke Petersen, stellvertretender Landesvorsitzender der Europa-Union, hielt der Bürgermeister der Hansestadt Lübeck, Jan Lindenau, ein feierliches Grußwort.

Im Anschluss folgte eine Festrede des Ministerpräsidenten Daniel Günther. Dieser betonte zu Beginn, dass die Europa-Union keineswegs ein überparteilicher Verband sei, sondern sehr stark Partei ergreife - nämlich für Europa. Die Europa-Union leiste einen wichtigen Beitrag, die europäische Idee zu verteidigen und vor allem junge Leute für Europa zu begeistern - "Wir sind stolze Schleswig-Holsteiner - aber genauso stolz sollten wir als Europäer sein und als solche zusammenhalten". Besonders in Deutschland fühlten wir uns mit unseren 82 Millionen Einwohnern oft groß, sind aber in Wahrheit im Gegensatz zu Staaten wie China und Indien sehr klein - da müsse Europa in Gänze zusammenhalten. 

Weiterhin lobte Günther EU-Förderprogramme wie Erasmus, welche er als große Errungenschaft der EU ansieht, die heute selbstverständlich geworden, aber früher gar nicht denkbar gewesen sei. Mit Blick auf die zukünftige Entwicklung Europas verwies Günther auf die aktuelle Diskussion zu den EU-Finanzen nach dem Austritt Großbritanniens. Er forderte die Bereitschaft der politischen Akteure, für solche Programme zusätzliche Mittel bereitzustellen - "Es muss unser Anspruch sein, Europa zu stärken". Der Ministerpräsident schloss mit dem Wunsch, dass "die Freude über Europa aus diesem Tag heraus weitergetragen" werde. Dabei sieht Günther Deutschland als verantwortlichen Akteur, um nicht nur Frieden in Europa zu gewährleisten, sondern auch in anderen Teilen der Welt.

Im Anschluss kamen fünf engagierte Schülerinnen und Schüler von Lübecker Europaschulen (Ernestinenschule, Thomas-Mann-Schule, Baltic-Schule und Friedrich-List-Schule) auf die Bühne und setzten kurze Statements zu ihrer Sicht auf Europa, welche den Startschuss für eine Diskussionsrunde mit dem Ministerpräsidenten gaben. Im anschließenden Gespräch wurden Themen wie Wahlbeteiligung und "Brexit" angesprochen. Auch die Frage, wie die europäische Idee weitergetragen werden und Menschen erreichen könne, die sich nicht aktiv mit dem Thema befassen, wurde diskutiert. Dabei wurden vielfältige Meinungen und ehrliche Argumente zur Zukunft Europas ausgetauscht. 

Es wäre aber kein gelungener Festakt ohne musikalische Begleitung - Zu Gast waren Chor, Kammerorchester und Cello-Ensemble des Johanneums, einem Lübecker Musikgymnasium, welche die Veranstaltung musikalisch untermalten.

 

Text: Xenia Seekircher 

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