Mit einer neuen Führung, frischen Impulsen zu den deutsch-dänischen Beziehungen und dem Antrag zur Kulturhauptstadt in den Norden verbrachte der Landesverband einen spannenden Tag zusammen.
Die Verabschiedung von Uwe Döring war ein emotionaler Moment. Mit großem Dank für sein langjähriges Engagement wurde sein Beitrag für den Landesverband gewürdigt. Im Anschluss wählten die Mitglieder Stefan Studt einstimmig zum neuen Vorsitzenden. In seinen ersten Worten brachte er seine Freude zum Ausdruck und betonte, dass er sich auf den gemeinsamen Weg in die Zukunft freue. Wilfried Saust wurde für sein Engagement die EUD-Ehrenmedaille in Gold verliehen.
Ein europäisches Signal setzte auch Rendsburgs Bürgermeisterin Janet Sönnichsen in ihrem Grußwort. Sie erinnerte an die vielfältigen europäischen Verbindungen Schleswig-Holsteins, etwa über Partnerstädte und gemeinsame Projekte. Besonders hob sie die Bedeutung enger Zusammenarbeit hervor und machte deutlich, dass Europa durch die Kommunen vor Ort lebendig wird. Damit schlug das Grußwort den Bogen zur anschließenden Keynote über die deutsch-dänischen Beziehungen, die den Alltag in Schleswig-Holstein besonders prägen.
Anschließend widmete sich die Landesversammlung der Keynote „Brücken bauen im Norden – die Arbeit des Dänemark-Bevollmächtigten“ von Johannes Callsen, dem Minderheitenbeauftragten und Dänemark-Bevollmächtigten des Landes Schleswig-Holstein – einem einzigartigen Amt in Deutschland, das sonst nur auf Bundesebene existiert. Er gab einen Einblick in seine Aufgaben und aktuelle Projekte, die die Zusammenarbeit mit dem nördlichen Nachbarn Dänemark stärken. Im Mittelpunkt standen politische, wirtschaftliche und kulturelle Verbindungen, die weit über die Landesgrenze hinauswirken. Callsen stellte die neue Dänemarkstrategie vor und hob auch die Chancen der Festland-Fehmarnbeltquerung als dauerhafte Verbindung hervor. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die grenzüberschreitende Arbeit auch Herausforderungen mit sich bringt, etwa bei der Abstimmung von Rahmenbedingungen, Verwaltungsstrukturen und kulturellen Unterschieden. Damit wurde sichtbar, dass Schleswig-Holstein ein Schlüsselakteur für die europäische Zusammenarbeit im Norden ist.
Im Anschluss an die Keynote griff die Landesversammlung das Thema grenzüberschreitende Zusammenarbeit noch einmal in kultureller Hinsicht auf. Auf der Tagesordnung stand ein Antrag, der die Chancen für Schleswig-Holstein als europäische Kulturregion in den Blick nimmt: Die Versammlung beschloss, die Landesregierung aufzufordern zu prüfen, ob in Zusammenarbeit mit den Städten Flensburg, Kiel und Lübeck eine Co-Bewerbung von Städten und Regionen aus Schleswig-Holstein mit der jeweiligen Nachbarregion in Dänemark angestrebt werden kann. Hintergrund ist, dass im Jahr 2032 eine dänische Stadt den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ tragen wird.