Was erwarten junge Menschen von dem neuen Lübecker Stadtoberhaupt? - Europaschüler*Innen befragen die Kandidat*Innen

Die Zukunft der Stadt und die Stadt der Zukunft standen im Mittelpunkt einer Diskussion, die die Europa-Union Lübeck Anfang Oktober 2023 gemeinsam mit der Gemeinnützigen und dem Verein Schüler.Helfen.Leben veranstaltet hat. Dabei ging es um die Anliegen und Wünsche junger Menschen. Anlass: die bevorstehende Bürgermeisterwahl in Lübeck am 05. November 2023.

Schülerinnen und Schüler von vier Europaschulen hatten Teams gebildet, um die fünf Kandidaten und Kandidatinnen zu befragen, die sich um die Position bewerben. Zwei Stunden lang ging es um Themen wie Mobilität, Umwelt und Digitalisierung, aber auch um die Sanierung von Schulen, fehlende Freizeitmöglichkeiten und das maue Nachtleben in der Stadt sowie um Möglichkeiten, junge Menschen an politischen Entscheidungen stärker zu beteiligen. Den 500 Schülerinnen und Schülern im Saal des Kolosseums wurde ein spannender Vormittag geboten.

Der amtierende Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) sowie Melanie Puschaddel-Freitag (CDU), Axel Flasbarth (Grüne) und die Einzelbewerber Sophie Bachmann und Uwe Effenberger waren gut vorbereitet. Wie kann die Raumnot der Schulen behoben werden? Was wird aus dem Karstadtgebäude und was aus dem Marienkrankenhaus? Wie ist es zu schaffen, dass Fahrgäste von Bussen und Bahnen nicht unnötig lange von A nach B brauchen? Solche und weitere Fragen wurden diskutiert. Dabei gab es auch überraschende Ideen und Vorhaben: So wünschte sich Puschaddel-Freitag ein „Lübeck-Umsonst-Festival“. Flasbarth strebt einen Zehn-Minuten-Takt im Busverkehr an, Effenberger will die Zahl der Solardächer drastisch erhöhen, Lindenau eine Million neue Bäume pflanzen, Bachmann träumt von kostenlosem Wlan überall in der Stadt.

Die Kandidaten und Kandidatinnen hätten sich an manchen Stellen gern ausführlicher geäußert. Aber die Moderatorinnen achteten sehr drauf, dass der Zeitplan eingehalten wurde. Langatmige Ausführungen gab es somit nicht - alles andere als eine Selbstverständlichkeit bei solchen Veranstaltungen.

Das kam nicht nur bei den Schülerinnen und Schülern gut an. Auch die Veranstalter waren sehr zufrieden: Junge Menschen können sehr wohl für Politik interessiert werden, wenn sie mitreden und mitgestalten können. Sie wisse jetzt schon eher, wen sie wählen werde, sagte eine Schülerin nach der Diskussion. „Manchmal fehlt es an Möglichkeiten, an Politik teilzunehmen“, so eine andere Schülerin. Ein ganz dickes Lob gab es von den Lübecker Nachrichten, die die Diskussion eine „Sternstunde der politischen Bildung“ nannten. Politische Bildung ist Schwerpunkt der ehrenamtlichen Arbeit der Europa-Union Lübeck. Für die Schülerinnen und Schüler der Lübecker Europaschulen werden vor Wahlen regelmäßig Diskussionsveranstaltungen organisiert, außerdem gibt es Planspiele zu europäischen Themen. Aber auch Erwachsenenbildung mit Schwerpunkt Europapolitik wird angeboten, beispielsweise Vorträge in der Volkshochschule oder in anderen Institutionen. Die Europawahl 2024 wird Anlass sein, diese Arbeit auszubauen.

Text: Liliane Jolitz (Lübecker Nachrichten)

Bilder: Europa-Union Lübeck

Beitrag des NDR

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